Mein Umstieg auf die Sony A7R III

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Sony A7R III Body mit Sony 24-05 f/4 Objektiv
Sony A7R III Body mit Sony 24-05 f/4 Objektiv

Nach langer Überlegung und hin und her, warte ich noch auf die wahrscheinlich bald kommende Sony A7 IV oder kaufe ich jetzt eine Sony A7R III, habe ich mich nun im Jahre 2021 für die Sony A7R III entschieden.

Grund hierfür war die Sommer-Cashback-Aktion von Sony. Mit dieser Aktion und der kombinierbaren “Welcome-to-Sony” Aktion habe ich noch mal etwas Geld gespart. Außerdem habe ich bei Foto Koch bestellt (übrigens – wusste ich gar nicht mehr – meine alte Canon 70D habe ich dort auch gekauft) und dort gab es dann noch on Top, das Sony 4-Fach Ladegerät (NPA-MQZ1K) mit 2 weiteren Akkus.

Die Akkus werde ich behalten und das Ladegerät eventuell verkaufen. Mal schauen. (Nachtrag: Habe ich schon verkauft!)

Der Grund des Umstiegs

Der vollumfängliche Grund für den Umstieg von meiner 7 Jahre alten Canon 70D auf die Sony A7R III ist eigentlich ganz einfach. Und vor allem war es der Hauptgrund: Ich war unzufrieden mit der Bildqualität. Gerade bei der 100%-Ansicht. Alles war so matschig, weich und unscharf.
Sicherlich mag es auch teilweise an den Objektiven gelegen haben. Ich hatte ja nur die “günstigen” EF-S Objektive und keine exorbitant teuren EF “L” Objektive. Nichts desto trotz empfand ich die Bildqualität in den letzten Jahren immer schlechter und ich wünschte mir auch so knackscharfe Fotos wie man sie teilweise in Fotogruppen, auf Flickr o.ä. sieht.

In das alte mittlerweile auslaufende Canon EF-System wollte ich allerdings nicht weiter investieren. Insofern kamen für mich keine neuen EF “L” Linsen in Frage. Dazu habe ich schon immer mit dem Gedanken gespielt auf Vollformat umzusteigen. Warum? Auch hier spielte wieder der Gedanke mit rein, bessere Bildqualität zu erhalten.

Bei dem neuen “Hype” um DSLM-Kameras wollte ich allerdings auch keine neue DSLR mehr kaufen. Ansonsten empfand ich auch die Canon 6D Mark II als sehr interessant. Die wäre aber auch wieder größer und schwerer als meine damalige Canon 70D. Und größer und schwerer wollte ich auch nicht werden.

Somit kam als Neukauf zur jetzigen Zeit nur noch eine DSLM in Frage. Nur welche? Falls Du dir diese Frage auch stellst, habe ich hier einen kleinen Gedankengang niedergeschrieben. Der Umstieg von DSLR auf DSLM.

Nach der Überlegung welche Kamera und Objektiv ich mir wohl kaufen werde, habe ich mich dann nach langem hin und her und “brauche ich wirklich eine neue Kamera? Eigentlich ja nicht” und “Wie sieht es mit den Anforderungen für meinen Computer aus? Die wachsen mit 42 Megapixel ja auch stark.” dann doch für die Sony A7R III entschieden. Übrigens ich habe meinen Computer (der auch schon von 2014 ist) auf 16GB RAM geupdatet und das Bearbeiten der 42MegaPixel-Fotos mit Lightroom geht soweit eigentlich ohne Probleme. Etwas langsam ist Lightroom schon. Aber das war es ja schon immer.

Und warum nicht einfach die Sony A7 III?

Ja warum eigentlich nicht die Sony A7 III? Die bietet doch (angeblich) einen besseren Autofokus und mehr Autofokusfelder. Also bis in den Rand des Suchers hinein.
Nunja. Ich war am überlegen. Aber nur 4 Megapixel mehr als bei meiner Canon 70D? Ich wollte schon einen Sprung nach vorne machen. Natürlich hätte ich den auch mit der Sony A7 III. Und die Bildqualität wäre ganz sicher auch deutlich besser, selbst mit “nur” 24 Megapixel. Aber ein bisschen hat es mich dann doch gehindert. Und dazu kommt das noch schlechtere Display und der schlechtere Sucher als bei der Sony A7R III.

Außerdem war die Sony A7R III mit dem Sony Sommer-Cashback und Zubehör nur 150€ teurer als die Sony A7 III (gebraucht war sie sogar teurer!). Und somit fiel die Entscheidung deutlich leichter.

Erster Eindruck der Sony A7R III

Eckdaten

Die Sony A7R III ist eine spiegellose Systemkamera von Sony. Sie hat einen Vollformatsensor mit satten 42 Megapixel. Der Anschluss für Objektive ist der Sony E-Mount. Im Gehäuse ist (wie Pentax es schon seit Jahrzehnten macht) ein Bildstabilisator verbaut. Sie liefert bis zu 10 Bilder pro Sekunde (bei 42Megapixel schon ordentlich). Zudem ist der Autofokus im direkten Vergleich deutlich schneller als beim Vorgängermodell. Der Verschluss ist laut Sony für 500.000 Auslösungen ausgelegt. Die Kamera beherrscht Videos in Full HD und 4K Auflösung (allerdings nur 25 Bilder pro Sekunde).

Mein bei Foto Koch erworbenes Sony A7R III Kit beinhaltet die Kamera und das 24-105 f/4 Objektiv, welches von der Qualität her ziemlich gut ist.

Sony A7R III DSLM Kamera
Sony A7R III DSLM Kamera

Optik und Haptik

Huch ist die Kamera klein. Optisch aber auch haptisch ist sie deutlich kleiner als meine alte Canon 70D. Wobei die ja schon relativ klein war. Ich muss aber sagen, die fasste sich besser an. Aber ist ja auch klar, wenn der Body so dermaßen klein ist dann wird auch der kleine Finger keinen Platz finden. Und das tut er bei der Sony A7R III leider nicht.

Hier bin ich tatsächlich am überlegen, mir einen L-Winkel zu kaufen. Diesen Wunsch hatte ich bei meiner alten Canon 70D definitiv nicht. Auch wenn Hochformataufnahmen sicherlich deutlich angenehmer damit zu schießen sind.

Bildqualität

Schärfe

Die Sony A7R III hat satte 42 MegaPixel und keinen Tiefpassfilter. Dadurch ist die Schärfe der Fotos was ich bisher in meiner ganz kurzen Zeit des Ausprobierens und Testens herausfinden konnte, einfach grandios! Im Zusammenspiel mit dem Sony 24-105 f/4 wohlgemerkt. Gerade gute Objektive tragen ja außerdem maßgeblich zur Bildqualität bei. Ich denke mit dem Sony 24-105 f/4 bin ich für den Anfang gut aufgestellt.

Dynamikumfang

Der Dynamikumfang der Sony A7R III ist grandios. DxO gibt die A7R III mit einem Dynamikumfang von 14.7 Blendenstufen an. Damit ist sie um etwas über 3 Blenden besser als meine vorherige Canon EOS 70D.

Die Sony A7R III meistert fast alle “Alltagssituationen” hervorragend, ohne dass die Lichter ausfressen oder die Schatten zu dunkel werden. Selbst mit direkten Gegenlichtsituationen kommt die Kamera sehr gut klar und kommt hier nur bei extremen Situationen an ihre Grenzen.

Wenn du deine Bilder so belichtest, dass die Höhen nicht ausfressen, dann lässt sich insbesondere aus den Schatten in Lightroom und Adobe Camera RAW noch sehr viel ohne zu hohes Bildrauschen herausholen. Und das ist teilweise der Wahnsinn was man aus einem gefühlt schwarzen Bildausschnitt noch mit der Kamera herausholen kann.

Für viele Lichtsituationen kann ich einfach so belichten, dass die Höhen nicht ausfresse und dann in der Nachbearbeitung die Mitten und Tiefen etwas aufhellen. Ich brauche also weniger Belichtungsreihen, um den vollen Dynamikumfang aufzuzeichnen.

Klar in extremen Situationen, wie direkter Sonneneinfall – sprich Gegenlichtaufnahmen – würde ich auch noch mit der Sony A7R III Belichtungsreihen machen. Einfach um sicher zu gehen, das Maximum an Dynamik aus dem Bild herausholen zu können.
Aber ich muss definitiv weniger oft Belichtungsreihen einsetzen also noch mit meiner Canon APS-C Kamera.

Rauschverhalten

Das Rauschverhalten der Sony A7R III ist definitiv deutlich besser als bei meiner alten Canon EOS 70D. Aber ist ja auch klar, die Sony ist eine Vollformatkamera und 4 Jahre jünger. Aber davon abgesehen, kann man problemlos Fotos in ISO 6400 machen (übrigens meine maximale ISO, die ich nutze). Auf der 100% Ansicht sieht man das Rauschen bei ISO 6400 schon deutlich.
Aber es ist noch annehmbar und das Foto ist auf jeden Fall noch zu gebrauchen. Bei der Canon war bei ISO 800 Schluss. Alles drüber konnte man eigentlich nicht mehr als gutes Bild bezeichnen.

Die Sony A7 III mit ihren 24 Megapixeln soll noch mal etwas besser im rauschverhalten sein. Aber das ist ja an und für sich auch klar durch die geringere Pixeldichte im Gegensatz zu den 42 Megapixel der Sony A7R III.

Das Menü

In vielen Foren und Social Media Kanälen liest man sehr häufig, dass das Menü von Sony ja sehr schlecht sein soll. Das kann ich so absolut nicht behaupten. Ja, es ist etwas überfrachtet, liegt aber auch daran, weil man so viel an der Kamera einstellen und vor allem auch für sich selbst personalisieren kann. Etwas was man zumindest an der Canon 70D nicht konnte. Bis auf das “MyMenü” – welches auch bei Sony vorhanden ist. Dieses habe ich aber nie genutzt an der Canon. Bei der Sony habe ich das auch noch nicht eingerichtet. Mal schauen wann ich das tue.

Etwas Einarbeitung in das Menü von Sony benötigt es zwar schon, aber wie gesagt, ist es nicht schlimmer als andere Kameramenüs. Bei einem Systemwechsel zu einem anderen Hersteller muss man sich ja immer etwas einarbeiten.

Display & Sucher

Der Sucher der Alpha 7R III (Quad-VGA OLED Sucher mit 3.686.000 Pixeln) ist auf jeden Fall besser, als der von der A7 III (2.359.296 Bildpunkte). Vor allem hat man bei der A7R III kein flackern. Hier kann man nämlich die Anzeigeeinstellung auf Hoch stellen. Gewöhnungsbedürftig ist der digitale Sucher im Gegensatz zum Glassucher der Canon EOS 70D aber definitiv!

Das Display ist jetzt auch nicht so der Hit. Alles sieht ziemlich rauschig und pixelig aus. Eben wie ein billiges Display von einer Digiknipse aus 2008. Da war das Display der Canon EOS 70D, welches eine geringe Auflösung hatte, als das der Sony A7R III, deutlich besser. Also Displays kann Sony nicht. Und das Display der A7R III ist schon besser als das der A7 III!

Dazu kommt, dass das Display nur nach oben und unten neigbar ist. Wusste ich zwar vorher und bisher hat es mich noch nicht sonderlich gestört, aber ein voll Klappbares Display hätte ich schon gerne. Zum einen hat man dann einen Schutz wie bei der Canon EOS 70D vor Kratzern und zum anderen kann man dann auch viel besser bodennahe Aufnahmen machen.

Gehäusequalität

Die Kamera ist sehr solide und durchdacht gebaut. Der Body fühlt sich wertig an, auch wenn es ein paar Kritikpunkte zu den Anschlusskappen auf der linken Seite gibt. Denn die sind wirklich billig verarbeitet. Wenn man die Nase der Plastikkappen abbricht, bekommt man diese nicht mehr zu und überhuapt, diese rumgebamsel ist nicht schön, wenn man an die Anschlüsse will. Hier hat Sony aber schon bei der A7R IV nachgearbeitet und die Verschlusskappen sind deutlich wertiger.

Außerdem fehlt mir der Druckpunkt des Auslöseknopfes. Man fokussiert und ganz schnell kann es sein, dass man ausversehen ein Bildmacht, weil man den Knopf zu doll durchgedrückt hat. Hier hatte die Canon 70D beim Auslösen so einen “knackenden” Knopf. Empfand ich deutlich besser. Der Joystick funktioniert zwar ganz gut, aber ist für den Daumen zu eckig. Und man muss den Daumen richtig auf den Joystick legen, damit er sich richtig bedienen lässt. Also man kann ihn nur schlecht von der Seite etwas antippen.

Sony A7R III Body 02
Sony A7R III Body

Das Akkufach ist etwas wo ich mir an den Kopf fasse. Die Akkuklappe muss man entriegeln und darunter guckt ein äußerst kleiner “Akkunuppsi” hervor. Sehr stabil schaut der nicht aus, wenn man öfter den Akku rein und rausnimmt. Da war der von der Canon EOS 70D aber deutlich stabiler gebaut. Und was ist das? Wenn ich die Akkuklappe wieder zu machen möchte, rastet sie nicht ein, sondern ich muss “umständlich” die Verriegelung zumachen. Vielleicht wurde es so gebaut, wegen der Größe des Gehäuses aber was soll denn das? Auch das war in der Canon besser gelöst, denn die Verriegelung rastet ein, sobald man die Klappe schließt. Irgendwie nicht besonders durchdacht bei der Sony. Zumindest stört es mich!

Autofokus

Der Autofokus wurde gegenüber dem Vorgänger stark verbessert. Bisher hatte kaum eine Situation wo der Autofokus nicht korrekt getroffen hat. Hilfreich bei Menschen ist hier zum Beispiel auch der Augenautofokus, welcher dem Auge immer folgt. Als kleiner Test, sprang meine Freundin mehrfach in die Luft und die Bilder sind dank Augenautofokus knackscharf.

Hat zwar nichts mit dem Autofokus zu tun, aber wieso ist das Fokusfeld bei Sony so grau? Warum nicht anders farbig (Ich glaube bei neueren Modellen haben sie es schon angepasst)? Teilweise lässt sich das Fokusfeld absolut nicht erkennen. Da hätte Sony mit einem Firmwareupdate ohne Probleme nachbessern können. Tun sie aber nicht (mehr).

Akkulaufzeit

In vielen Blog- und Forenbeiträgen hat man gerne über die Akkulauifzeit der früheren Sony A7 Modelle “gelästert”. Denn die Akkulaufzeit war unterirdisch. Mit der neuen A7 III bzw. A7R III hat Sony endlich größere Akkus verbaut. Nämlich die Sony NP-FZ100 Akkus. Diese sind deutlich größer und das merkt man auch sehr stark an der Laufzeit.

In meinen kurzen Tests bin ich sehr angetan von der Akkulaufzeit. Ich habe zwar mit einer Akkuladung “nur” etwas über 250 Bilder geschafft, dazu muss man aber sagen, dass das Display dauerhaft an war und ich auch einige Langzeitbelichtungen gemacht habe.

Ich glaube zwar, dass die Akkus meiner Canon 70D deutlich länger hielten, aber hier war ja auch kein elektronischer Sucher vorhanden. Dazu sei aber auch gesagt, wenn man über das Display im Liveview-Modus fotografiert hat, wurde der Canon Akku auch recht schnell leer gesaugt.

Im Großen und Ganzen bin ich aber mit der Akkulaufzeit zufrieden. Vor allem ist es auch kein Beinbruch, wenn ein Akku leer ist, da ich noch zwei weitere als Ersatz habe 🙂

Beispielbilder aus der Sony A7R III

Hier habe ich ein paar Beispielbilder zusammengestellt, die ich mit der Sony A7R III gemacht habe.

Sonnenuntergang und Gewitter
Sony A7R III Sonnenuntergang und Gewitter
Waltershofer Damm Hamburg Fotospot Sonnenuntergang
Waltershofer Damm Hamburg Fotospot Sonnenuntergang

Unterschiede zwischen Sony A7R III und Sony A7 III

Vielleicht stehst auch Du gerade vor der Entscheidung, ob Du die Sony A7 III oder die Sony A7R III kaufen willst. Im Großen und Ganzen unterscheiden sich beide Kameras nur durch wenige Aspekte: Sucher, Display und Megapixel und Autofokuspunkte.
Hier muss man sich dann klar fragen was man möchte und was man brauch.

Megapixel

Ich persönlich denke, dass viele Nutzer mit der A7 III besser bedient sind, weil sie die hohe Megapixel-Zahl nicht brauchen. Mehr Megapixel bedeutet auch, dass du bessere – meist teurere – Objektive benötigst. Auch dein Computer muss ausreichend dimensioniert sein, um mit den größeren Dateien flüssig arbeiten zu können. Wobei ich dazu sagen kann, mein Computer von 2014 reicht bisher auch vollkommen aus. Hier hätte ich tatsächlich gedacht, dass das ein Problem werden könnte, aber dem ist nicht so. Und man sucht sich ja an und für sich auch keine Kamera nach dem Computer aus, sondern weil man die entsprechenden Daten der Kamera benötigt.

Sucher

Der Sucher der Alpha 7R III (Quad-VGA OLED Sucher mit 3.686.000 Pixel) ist auf jeden Fall besser, als der von der A7 III (2.359.296 Bildpunkte). Vor allem hat man bei der A7R III kein flackern. Hier kann man nämlich die Anzeigeeinstellung auf Hoch stellen. 

Display

Das Display ist nur minimal besser an der Sony A7R III. Das würde ich also vernachlässigen. Sony A7R III mit 1.440.000 Pixel und die A7 III mit 921.600 Pixel.

Autofokus

Die Sony A7 III bietet (angeblich) einen besseren Autofokus und mehr Autofokusfelder. Also bis in den Rand des Suchers hinein.

Gerade wer wie ich Landschaftsfotografie betreibt, für den können sich die hohen 42 Megapixel der Sony A7R III bezahlt machen. Man kann gut croppen, aber man hat auch wie oben schon geschrieben eine Wahnsinns gute Bildqualität. Und die geringeren Autofokuspunkte benötige ich im Grunde nicht für die Landschaftsfotografie.
Zumal die A7R III schon deutlich mehr hat als meine vorherige Canon EOS 70D.

Ich persönlich würde definitiv die Sony A7R III bevorzugen. Nicht nur wegen der hohen Auflösung, sondern auch wegen des besseren Suchers und Displays.

Für einen weiteren Gedankenanstoß habe ich noch einen Artikel über meine Überlegung des Umstiegs von DSLR auf DSLM geschrieben. Schaut gerne dort mal rein.

Kritikpunkte – Was gefällt mir an der Sony A7R III nicht so gut?

Nach einigen Wochen Nutzung gibt es im Wesentlichen drei Negativpunkte, die mir an der Kamera nicht so gut gefallen.

1. Kein schwenkbares Display

Diese Punkt spielt wahrscheinlich nur für Fotografen eine Rolle, die bodennah im Hochformat fotografieren. Das Display der A7R III lässt sich zwar neigen, was für Aufnahmen im Querformat vom Stativ bzw. aus Bodennähe aus sehr hilfreich ist. Das Display ist aber eben nicht schwenkbar, daher muss ich mich bei den bodennahen Aufnahmen im Hochformat wieder verbiegen, um die Bildvorschau gut sehen zu können. Und genau das ist mir mittlerweile sehr schmerzlich aufgefallen. Mir fehlt einfach das schwenkbare Display! Mit der Canon 70D konnte ich auf jeden Fall einfacher bodennahe Aufnahmen machen.

2. Keine Zeitanzeige bei Bulb-Aufnahmen

In der Landschaftsfotografie mache ich auch gerne mal Langzeitbelichtungen mit ND-Filtern, die dann auch länger als 30 Sekunden belichtet werden. Also wird hier die sogenannte Bulb-Aufnahme gemacht.
Wenn ich aber nun für die Belichtungszeit den Bulb-Modus auswähle, damit ich so lange belichten kann wie ich will und den Fernauslöser auf Lock einhake, sehe ich keine Anzeige, wie viele Sekunden oder Minuten ich bereits belichtet habe. So muss ich immer eine externe (Stopp-) Uhr einsetzen.

Das war bei der Canon EOS 70D anders. Hier wurde auf dem Schulterdisplay die verstrichene Belichtungszeit in Sekunden angezeigt. Das war insofern hilfreich, dass man nur einen einfachen Fernauslöser (ohne Batterien) benötigte, die man wie o.g. in die Lockposition setzt und das Foto entsprechend lang belichtet wird.

Dadurch, dass die Sony solch eine Anzeige nicht besitzt (schwer ist sowas nicht zu implementieren!!), bin ich jetzt wieder gezwungen einen Fernauslöser zu kaufen, der
a) ein Display hat, auf dem man die verstrichene Zeit einsehen kann
b) Batterien für das Display nutzt und
c) deutlich teurer ist.

Sowas ist wieder nervig. Denn der Batteriebetriebene Fernauslöser ist durch die Batterien wieder schwerer im Rucksack. Und das alles nur, weil keine Anzeige in die Sony implementiert wurde.

Im Übrigen, habe ich mich hier für einen Funk-Fernauslöser von Pixel entschieden. Und zwar den Pixel TW-283/S2. Wobei ich den Auslöser mit Kabel nutze. Aber wer hat, der hat und eventuell brauch man ja doch mal irgendwann den Funkauslöser 🙂

3. Die Haptik

Die Haptik der Kamera könnte verbessert werden. Bzw. tun sie das ja schon am laufen Band. Die A7R IV soll ja auch schon verbessert worden sein. Allerdings ist es durch den kleinen Body natürlich schwierig die Haptik für den kleinen Finger zu verbessern.

4. Fernauslöseranschluss bzw. die Staubklappe

Der Fernauslöseranschluss bzw. viel mehr die Staubklappe muss verbessert werden. Gerade in Verbindung mit einem L-Winkel ist mir aufgefallen, dass man nur sehr schwergängig an den Fernauslöseranschluss der Sony A7R III kommt. Das ganze ist so eng gebaut und die Klappe lässt sich nach unten drehen, aber versperrt dann durch den L-Winkel minimal den Anschluss. Da wäre es vielleicht sinnvoll entweder den Anschluss nach oben zu setzen oder aber das Öffnen der Klappe einfach zu ändern. Teilweise wird es aber wohl auch einfach am L-Winkel liegen. Es gibt ja auch welche, die lassen sich herausziehen und dann hätte man dieses Problem wahrscheinlich nicht mehr.

Fazit zu meinem Umstieg auf die Sony A7R III

Kommen wir zu meinem Fazit zum Umstieg auf die Sony A7R III.

Auch wenn es einige Punkte an der Sony A7R III gibt, die verbesserungswürdig sind, so ist es insgesamt immer noch eine sehr gute Kamera, die sich auch in 2021 noch zu kaufen lohnt. Gerade mit der Sommer Cashback-Aktion von Sony.

Sony A7R III DSLM Kamera

Fazit zu meinem Sony Alpha 7 III Test

Im großen und Ganzen bin ich bisher ganz zufrieden mit der Kamera. Die negativen Punkte die ich genannt habe und mich etwas stören, sind zwar nicht schön, sonst würden sie mich ja nicht stören, aber die Bildqualität der Kamera macht vieles wieder wett.

Vor allem Punkt 2 meiner Kritikpunkte (keine Zeitanzeige bei Bulb-Aufnahmen) hätte per Firmware-Update behoben werden können. Hat Sony aber leider bisher nicht getan und wird es auch zumindest für die A7R III nicht mehr. Ich bezweifle auch dass es in zukünftigen Kameras wie Beispielsweise die bald kommende Sony A7 IV implementiert wird.

Das Gewicht ist nun doch etwas höher als ich eigentlich wollte. Vor allem wegen der schweren Objektive und weil man nun auch wieder extra einen L-Winkel verwenden muss, wenn man mit seinem kleinen Finger auch etwas halt haben möchte.

Teilweise ist das zwar meckern auf hohem Niveau, aber die Kritikpunkte sind da und ich hoffe, dass in kommenden Kamerabodys diese Punkte verbessert werden.

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Wie sind Eure Erfahrungen mit der Sony A7R III?

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit der Sony A7R III machen können? Wie sind Eure Erfahrungen mit der Kamera? Habt ihr auch Punkte die Euch stören oder ist es für Euch die perfekte Kamera?

Schreibt es mir in die Kommentare

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Pascal Betke - Photography wird von Pascal Betke geführt, administriert und gestaltet. Alle Inhalte sind persönlich von mir ausgewählt und erstellt, nach bestem Gewissen und Können, was die Möglichkeit von Fehlern nicht ausschließt.

9 KOMMENTARE

  1. Lieber Pascal,

    im Moment trage ich mich mit derselben Entscheidung wie Du (bis Mai) daher fand ich Deinen Artikel sehr interessant!
    Auch ich hatte bislang eine Canon 70D bei der vor Kurzem der Verschluss kaputtgegangen ist und eine Reparatur sich nicht mehr lohnt.
    Ich muss also eine Entscheidung treffen …

    Beim Durchlesen habe ich.mich gefragt, ob Du einen Umstieg auf Canons Vollformatkameras in Erwägung gezogen hast. Wie zum Beispiel die 6D M2. Meine Überlegung ist dabei:
    Für einen Systemwechsel zum Beispiel auf die Sony a7R III. fallen die Kosten an, die Du errechnet hast … man ist mit Objektiv und Blitz mit ca. 4.000,- Euro dabei.
    Für eine Canon 90D wären 1.250,- Euro fällig … für eine 6D M2 ca. 1.500,- Euro. Objektive, Blitz und Filter kann man ja weiter benutzen.
    Im Moment hat man das Gefühl, das der Umstieg auf Vollformat DSLM richtig gehypt wird und sobekommt man einen 6D M2-Body sogar noch viel günstiger, ca. 800 Euro auf eBay-Kleinanzeigen.
    Macht die Sony a7R III. wirklich SO viel bessere Fotos, dass sich ein Umstieg lohnt oder wäre ein Vollformat derselben Baureihe auch eine Option?
    Viele Grüße
    Joachim

    • Hey Joachim,

      danke für Deine Nachricht.
      Die Frage(n) die Du dir stellen musst ist / sind; muss es Vollformat sein und will ich wirklich einen Systemwechsel vollziehen?
      Mit einem Systemwechsel geht natürlich auch der Umstieg auf entsprechende (Sony) Objektive mit einher.
      Bei Vollformat brauchst Du ggf. ebenfalls neue Objektive. Es sei denn, Du hast schon Canons L-Objektive.
      Dazu kommt: Wie groß ist dein Objektivpark? Wenn er so klein ist wie meiner von Canon war (nur drei ASPC-Objektive und recht günstige), dann ist ein Umstieg sicherlich leichter zu verschmerzen.

      Ich habe mir natürlich auch Gedanken gemacht, ob nicht auch eine Canon 6D Mk. II ausreichen würde und ja hätte sie wahrscheinlich auch. Allerdings hätte ich mir dann immer noch neue Vollformat L-Objektive kaufen müssen. Dazu kommt, dass ich nicht mehr in ein “altes” Bajonett-System (Anschluss der Kamera zum Objektiv) als auch in eine DSLR investieren wollte. Wenn ich schon so viel Geld für eine neue Kamera ausgebe, dann sollte es auch auf einem aktuellen Stand sein. Ergo wäre es das neue Canon RF-System gewesen und da waren mir die Kameras und Objektive zu teuer. Bzw. bei der Canon R6 die Megapixelzahl zu gering.

      Schlussendlich wurde es die Sony A7R III, weil ich sie im Abverkauf relativ günstig neu bekommen habe. Da ich wie gesagt eh nicht so viele tolle Objektive besessen habe, war der Verlust zu verkraften. War es im Ganzen nötig? Nein. Aber ich bin doch sehr angetan von der Bildqualität. Vor allem weil man so schön weit in die Fotos reinzoomen kann. 🙂

      Vielleicht tut es ja auch eine gebauchte Canon 80D / 90D?

      Wenn Du weitere Fragen hast, frag gern.

      Viele Grüße,
      Pascal

  2. Beim Durchlesen ist mir aufgefallen, dass eine wichtiges Wort fehlt:
    “und so bekommt man einen 6D M2-Body sogar GEBRAUCHT noch viel günstiger, ca. 800 Euro auf eBay-Kleinanzeigen.”

  3. Hey Pascal,

    vielen Dank für Deine superschnelle Antwort!
    Guter Punkt! Tatsächlich müsste ich mal schauen, ob meine bisherigen Objektive für Vollformat geeignet wären oder ich nicht auch mit einer 6D M2 die Objektive tauschen müsste … passen werden sie, weil es EF-Objektive sind. Aber ob sie gut genug sind?
    Und wenn tauschen, dann zählt natürlich das Argument, dass man in eine veraltete Objektivlinie investiert …
    Habe ich nicht dran gedacht …

    Viele Grüße
    Joachim

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