Spiegellos: Von DSLR auf DSLM umsteigen

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Sony A7 Kamera
Sony A7 Kamera

Sollte man heutzutage auf eine spiegellose DSLM Kamera umsteigen?
Seit 2014 fotografiere ich mit meiner Canon 70D. Eine APS-C DSLR. DSLR steht für digital single-lens reflex. Also eine Digitale Spiegelreflex Kamera. Eigentlich auch recht erfolgreich wenn man das so sagen kann. Allerdings mit zunehmender Unzufriedenheit. Mir sagt die Bildqualität nicht mehr so recht zu.
Und somit schwebt mir seit geraumer Zeit der Gedanke im Kopf, dass ich gerne von meiner Canon 70D auf eine aktuellere Kamera umsteigen möchte. Vornehmlich Vollformat und Spiegellos sollte sie sein.

Allerdings gibt es ja mittlerweile einige DSLM (Digital Single Lens Mirrorless) Kameras verschiedenster Hersteller und da muss man sich erstmal klar werden was man möchte, was man wirklich brauch, und vor allem wieviel man für solch ein Equipment ausgeben möchte.

Gründe auf DSLM umzusteigen

Grund ist vor allem, dass ich mir bessere Bildqualität erhoffe. Wenn ich mir meine Bilder anschaue kommen sie mir recht matschig und unscharf vor. Liegt vielleicht auch einfach an den recht günstigen EF-S Linsen von Canon die ich verwende. Allerdings möchte ich auch ungern noch wieder in ein „altes“ DSLR-System investieren und würde sowieso gerne auf Spiegellos und dann auch direkt ins Vollformat wechseln wollen.

Meine jetzige Kamera

canon 70d kamera
Canon 70D DSLR Kamera

Meine jetzige Kamera ist wie man in meiner Equipmentliste sehen kann, eine Canon 70D. Die Kamera hat einen 20MegaPixel Sensor und schon seit 2014 ein vollfunktionsfähiges, schwenkbares Touchdisplay. Das haben einige Kameras nicht mal heute.

Positive Aspekte

Vor allem die komfortable Ergonomie der Canon Kamera finde ich sehr schön. Meine Hand passt gut an den Griff, ich mag das Drehrad hinten mit der man die Blende und im Menü wunderbar durchschalten kann. Das ausklappbare Schwenkdisplay ist daneben nur ein weiteres kleines Highlight, welches ich vermissen würde, hätte meine zukünftige DSLM dieses nicht. Vor allem da ich auch gerne mal bodennahe Hochkantaufnahmen mache.

Negative Aspekte

Die Bildqualität. Teilweise bin ich zwar überrascht, dass mal ein Bild scharf ist. Aber so richtig Knackscharf sind die Bilder alle nicht wenn man sich mal die 100% Ansicht anschaut. Es schwingt immer eine gewisse Unschärfe mit. Das nervt mich. Außerdem stört mich der teilweise vorhandene Front- bzw. Backfokus. Klar, das kann man in der Kamera minimal einstellen. Aber eben auch nur minimal. Vor allem mit dem Canon EF 50mm f/1.8 STM Objektiv habe ich solche Probleme. Mal abgesehen davon, dass auch hier ab einer weit geöffneten Blende ab f/2.8 deutlich mehr Ausschuss vorhanden ist. Vor allem das Front- und Backfokus Problem soll es ja mit den Spiegellosen System nicht mehr geben.

Nachdem ich jetzt mal ein paar Bilder rausgesucht habe, bei denen mich das matschige und unscharfe stört, musste ich feststellen, dass eventuell auch das Programm dafür verantwortlich ist, mit dem man sich die RAW-Dateien anschaut. Ich schaue mir nämlich auch gerne einfach die RAW-Files – mit einem schnellen Programm – vorab an. Dazu hatte ich eigentlich sonst immer den Windows 10 internen Foto-Viewer genutzt. Aber auch XnViewMP nutze ich seit Neustem dafür ganz gerne. Allerdings scheinen sich beide Programme – im Gegensatz zu Adobe Lightroom – nicht dafür zu eignen.

Anyway. So richtig knackscharf sind meiner Meinung nach die Bilder auch in Lightroom auf 100% Ansicht nicht. Mal abgesehen von dem Rauschen. Das ISO-Rauschen ist auch relativ hoch. Vor allem, wenn man diese wirklich etwas stärker hochziehen muss. Benutze ich selten, aber wenn, soll sich auch das verbessern.

Zu den hier aufgeführten Bildern sei gesagt, dass die RAWs ohne Bearbeitung mit Lightroom exportiert wurden.
Dazu die 100% Ansichten.
Vielleicht habe ich auch einfach nur andere Vorstellungen von Knackscharf oder erwarte zu viel. Kann natürlich auch sein.

Was ich mit einer DSLM machen würde

Da ich grundsätzlich am meisten Landschaften fotografiere, benötige ich im Grunde keine schnelle Serienbildfunktionalität o.ä. Allerdings; was man hat, dass hat man. Ich hätte also nichts dagegen, wenn die Kamera 10 Bilder in der Sekunde macht. Irgendwann benötigt man solche Funktionaltäten dann doch mal und ist froh dass die Kamera nicht so träge ist.

Was ich in der Landschaftsfotografie wohl eher gut gebrauchen könnte, wären MegaPixel. Viele Landschatfsfotografen die ich bisher gelesen oder gehört habe, sagen dass 30 MegaPixel so der Sweatspot wären. Ich denke auch, dass dies ausreichend wäre.
20 MegaPixel wie sie die Canon 70D hat, finde ich mittlerweile zu wenig. Gerade beim – zugegeben – seltenen Zuschneiden von Fotos – also dem Croppen finde ich es teilweise schade, wenn man nur noch 18 oder noch weniger MegaPixel zur Verfügung hat.
Beeindruckend fand ich hingen die 42 MegaPixel der Sony Alpha 7 R III. Hier kann man richtig reinzoomen und die Fotos sind noch scharf und so schön detailliert. Klar, wenn man hinauszoomt und das Bild in einer normalen Webansicht oder auf Instagram anschaut, erkennt man keinen Unterschied. Aber da ich generell gerne in die Foots hineinzoome ist das schon echt cool.

Allerdings erhöht sich mit mehr MegaPixel auch die Datengröße und es wird neben mehr Speicherplatz auch mehr Rechenleistung benötigt. Zumindest wenn man dieselbe Workflowgeschwindigkeit haben möchte, wie zum Beispiel bei meinen bisherigen 20 MegaPixel.

Meine DSLM Kameraauswahl

Ich habe mir ein paar Kameras rausgesucht, die vor allem preislich bei meiner Range von 3000€ bis maximal 3500€ zusammen mit einem 24-105mm f/4 Objektiv liegen.

Die Kamera

Kameravergleich DSLM Kameras
Kameravergleich DSLM Kameras

Hier habe ich mal eine Liste der für mich interessanten DSLM Vollformatkameras zusammengestellt. DIe Liste ist nach dem „Preis Paket“ sortiert und zeigt auf, welche Kamera inkl. dem Objektiv in der Liste am günstigsten ist, und welche am teuersten. Der „Bonus Paket“ Preis bezieht sich auf die Kamera inkl. Objektiv und einem Bonus des Herstellers bzw. des jeweiligen Shops.
Also quasi ein zeitlich begrenztes Angebot.

Sony A7 III

Sony A7 III DSLM Kamera
Sony A7 III DSLM Kamera

Ein bisschen hat es mir – auch wenn ich sie noch nicht in der Hand gehabt habe, die Sony A7 III angetan. Eventuell weil sie so beliebt bei vielen Fotografen auf Instagram ist.
Leider fehlt dort das schwenkbare Display. Und das Display selbst, ist sogar schlechter in der Auflösung als bei meiner 7 Jahre alten Canon 70D.
Dazu nur die rudimentären Touchfunktionalitäten (reinzoomen fand ich bei der 70D schon ganz nett).
Eventuell sollte man hier noch etwas auf die Sony A7IV warten?!

Canon R

Canon R DSLM Kamera
Canon R DSLM Kamera

Alternativ wäre die Canon R.
Bei der Canon R fehlt allerdings das schöne hintere Drehrad und sie hat nur Knöpfe zum drücken. Dazu hat sie den Charm von einem Prototypen, kein IBIS (interne Bildstabilisierung im Gehäuse) und die RF Objektive sind noch sehr teuer. Dafür aber Landschaftsfotografisch taugliche 30 MegaPixel.
Die R hat tatsächlich – für den Preis – wie ich finde irgendwie „zu wenig an Board“.

Canon R6

Canon R6 DSLM Kamera
Canon R6 DSLM Kamera

Die Canon R6 ist ziemlich cool. Damit ist Canon schon ein Wurf gelungen. Aber warum nur 20 MegaPixel? Mir sind diese wahrscheinlich – vor allem für den Preis – zu gering. Und generell sehr teuer. Vor allem die RF Objektive.
Hätte die R6 wirklich 24-26MP, wäre das sicherlich die Kamera die ich wirklich bevorzugen würde.

Nikon Z6 II

Nikon Z6 II DSLM Kamera
Nikon Z6 II DSLM Kamera

Mit der Nikon Z6 II habe ich mich noch nicht so richtig beschäftigt. Da gibt es aber bisher noch kein 24-105mm f/4 Objektiv und generell ist der Objektivpark recht mau. Wobei Nikon ja schon angekündigt hat, dass sie 12 Objektive in 12 Monaten herausbringen möchten. Alternative wäre der Vorgänger die Nikon Z6. Allerdings hat die nur einen XQD-Slot. Heißt, teure neue Speichermedien kaufen. Nein Danke!
Immerhin hat Nikon mit der Z6 II reagiert und einen alternativen Slot mit einer SD-Karte herausgebracht. Gut so!
Die 24,5MegaPixel Auflösung würde ich wohl erstmal ausreichend finden. Mehr wäre immer schöner.

High-MegaPixel DLSM Kameras

Vor allem die „High-MP“ Kameras hatte ich so noch nicht auf dem Schirm. Zum einen weil sie mir teilweise zu teuer sind bzw. waren und zum anderen weiß ich nicht wie es mit dem Workflow bei 40MP und mehr wird. Mein Rechner ist zwar noch recht „potent“, aber mittlerweile auch schon wieder 5 Jahre oder so alt. Und ich finde es mit Lightroom jetzt schon teilweise etwas zäh zu arbeiten.

Sony A7R III

Sony A7R III DSLM Kamera
Sony A7R III DSLM Kamera

Die Sony A7R III ist eine interessante Kamera. Ich habe mir letztens mal Samplebilder angeschaut und war verblüfft was man beim reinzoomen in das Bild noch für Details entdeckt. Einfach Wahnsinn. Andererseits muss man sich die Frage stellen, ob die 42 MegaPixel nicht doch etwas zu viel sind. Man erkennt es später ja doch sowieso nicht, wenn man sie nur auf dem Bildschirm oder Instagram betrachtet. Und Häuserwand große Plakate drucke ich auch nicht aus. Aber schön anzusehen sind die Bilder allemal!

Was die Haptik angeht, kann ich zu der Kamera gar nicht viel sagen, da ich auch hier Coronabedingt die Kamera bisher nicht in die Hand nehmen konnte.

Canon R5

Canon R5 DSLM Kamera
Canon R5 DSLM Kamera

Die Canon R5 hatte ich im letzten Urlaub in München kurz mal in der Hand und fand die schon echt cool. Der Sucher löst mit 5,76 Millionen Bildpunkten auf und man hatte nicht das Gefühl, dass man durch einen elektronischen Sucher schaut. Die Haptik war Canontypisch, sehr gut. Aber die Kamera ist für mich ja leider wieder kein richtiger Maßstab zu den anderen Kameras, weil schlicht viel zu teuer und hat viel zu viel, was ich gar nicht benötige. Gerade die Videofunktionen der ganzen Kameras benötige ich nicht. Und schon gar nicht 8K wie es die Canon R5 bietet. Mit 45 MegaPixel bietet sie sogar eine noch höhere Auflösung an, als die oben genannte Sony A7R III.

Nikon Z7 II

Nikon Z7 II DSLM Kamera
Nikon Z7 II DSLM Kamera

Zur Nikon Z7 II hatte ich bis weilen nicht auf dem Schirm. Kann hier also gar nicht so viel zu sagen. Sie hat auch 45,7 MegaPixel und einen Sucher, der mit 3,69 Millionen Bildpunkten auflöst.

Die Objektive

Neben der neuen DSLM Kamera bräuchte ich natürlich auch noch Objektive. Selbst wenn ich mir wieder eine Canon Kamera kaufen würde, müsste ich meine EF-S Objektive ersetzen. Denn auf Adapterlösungen habe ich keine Lust. Dazu kommt noch, dass die EF-S Objektve für APSC-Kameras ausgelegt sind. Man fotografiert also sowieso nur mit geringer Auflösung. Macht also wenig Sinn.

Was habe ich für Objektive

Glücklicher Weise habe ich keine teuren Objektive, was ein Systemwechsel deutlich angenehmer gestalten würde.

Im Grunde habe ich momentan nur ein normales Immerdrauf, das Canon EF-S 18-135mm f/3.5-5.6 IS STM.
Ein Ultra-Weitwinkel, das Canon EF-S 10-18mm f/4.5-5.6 IS STM und ein Canon EF 50mm f/1.8 STM. Letzteres ist gerade ganz gut an APSC-Kameras für Porträt o.ä.

Da das wie gesagt, keine sehr teuren Objektive sind, tut ein Systemwechsel nicht ganz so weh.

Was bräuchte ich für Objektive

Als Immerdrauf-Objektiv hätte ich gerne ein 24-105 f/4. Ich denke, damit habe ich als Anfang alles soweit gut abgedeckt. Ich könnte mir vorstellen, dass ein 24-70mm zu kurz nach hinten hinaus ist. Manchesmal zoome ich dann doch ganz gerne mal.
Im Übrigen müsste man vielleicht sowieso mal viel mehr Aufnahmen mit einem Tele-Objektiv im Bereich 70-200mm oder sowas machen. Vor allem um mal wieder gestalterisch was neues zu lernen. Wobei ich schon mal ein 70-300mm Objektiv hatte und dieses so gut wie nie mitgenommen habe. Also die Überlegung steht noch aus.

Als Ultra-Weitwinkel würde ich mir sowas wie ein 16-35mm f/4 wünschen. Hat auch nicht jeder Hersteller. Sony hätte eins. Canon hätte zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nur ein 15-35mm f/2.8. Dieses wäre mir aber sicher zu teuer, zu groß und zu schwer. Da müsste ich noch auf ein f/4 warten. Oder man müsste mit einem Adapter auf EF-Objektive arbeiten. Was aber auch wieder keinen Sinn macht, wenn man komplett das System – in dem Fall RF – wechseln möchte.

Bei Nikon stört mich etwas die Objektivauswahl. Noch ist diese ziemlich klein. Wobei die ja in diesem Jahr ausgebaut werden soll. Ein 24-105mm f/4 soll ja scheinbar bald kommen. Das Z 14-30mm habe ich mir mal angeschaut, hier könnte ich mir allerdings vorstellen, dass die 14mm wieder zu weit für mein 100mm Filtersystem sind. Würde somit wahrscheinlich auch rausfallen (mal abgesehen von dem meiner Meinung nach viel zu großen 82mm Filtergewinde).

Als spätere Ergänzung würde ich vielleicht so ein 35mm oder 85mm 1.8 auswählen. Aber sowas baut sich ja dann auch erst mit der Zeit auf. Jedenfalls benötige ich keinen exorbitant großen Objektivpark. Man arbeitet ja doch nur – zumindest ich – mit 2-3 Objektiven.

Und was ist mit einem mFT-System?

Zu dem mFT System kann ich leider noch nicht viel sagen, da ich das noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Werde ich mir mal bei Gelegenheit anschauen. Wobei, auch wenn ich nichts gegen Gewichtsersparnisse habe, mir die Kameras und vor allem der Sensor sicherlich zu klein sein könnten. So ein bisschen muss man ja dann doch in der Hand halten.

Dazu liest man immer öfter dass mFT bald „tot“ sein wird. Ob was dran ist? Keine Ahnung. Aber so richtig berauschend klingt das auch wieder nicht. Ich denke, für mich ist dieses System keine Alternative.

Und der Preis?

Was den Preis betrifft, sollte dieser maximal zwischen 3000€ und 3500€ liegen. Bei dieser Summe würde es sich außerdem auch um den Erlös aus dem Verkauf des alten Systems handeln. Also noch mehr möchte ich vorerst nicht ausgeben, da es doch nur ein Hobby bleiben soll.
Und so wirklich richtig viel Geld habe ich mit dem Hobby auch noch nicht verdient. 😉

Wie geht es weiter?

Grundsätzlich habe ich all die genannten DSLM Kameras und Objektive noch nie ausprobiert oder in der Hand gehabt. Coronabedingt. Kann also noch nicht zur Ergonomie sagen.
Da ich aber sowieso das Bajonett wechsle steht dem Systemwechsel an und für sich auch nichts im Wege.

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